{"id":152,"date":"2023-06-26T21:16:19","date_gmt":"2023-06-26T21:16:19","guid":{"rendered":"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/?page_id=152"},"modified":"2023-06-26T21:16:19","modified_gmt":"2023-06-26T21:16:19","slug":"weissenbuehl","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/?page_id=152","title":{"rendered":"Weissenb\u00fchl"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/03_Weissenbuehl.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Von Eiszeiten und Eisenbahnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Stellen wir uns vor, wir w\u00fcrden genau hier stehen, vor 30 Millionen Jahren. S\u00fcdlich von uns t\u00fcrmen sich die Alpen auf, davor bildet sich unter deren Gewicht eine Vorlandsenke. Hier w\u00e4re zeitweise ein flaches Meer, zeitweise der Uferbereich einer tropischen Landschaft. Die Fl\u00fcsse transportieren Schutt, Sand und feines Material von den Alpen zum Meer. Im Deltabereich der Fl\u00fcsse wird Sand und gr\u00f6beres Material abgelagert, im Meer Sand und feines Material. \u00dcber Millionen von Jahren lagert sich immer mehr Material ab. Dieses mehrere Kilometer dicke Sedimentpaket heisst Molasse. Je nach Ablagerungsbedingungen spricht man von Meeresmolasse oder S\u00fcsswassermolasse. Aus den Sandsteinen dieser Molasse ist die Stad Bern gebaut. Die typischen gr\u00fcnlichen Sandsteine stammen aus der oberen Meeresmolasse.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"606\" height=\"400\" src=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild1.png\" alt=\"Die Schweiz w\u00e4hrend des Maximums der letzten Eiszeit\" class=\"wp-image-153\" srcset=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild1.png 606w, https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild1-300x198.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Die Schweiz w\u00e4hrend des Maximums der letzten Eiszeit (swisstopo)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Vor etwa 2.6 Millionen Jahre wurde es auf der Erde k\u00fchler. \u00dcber den Kontinenten bildeten sich grosse Eisschilde, und Alpengletscher stiessen ins Vorland. Das Maximum der letzten Eiszeit wurde vor 20\u2018000 Jahren erreicht. Bern war damals von einigen Hundert Metern Eis bedeckt. Hier m\u00fcndete der Aaregletscher in den Wallisgletscher, der \u00fcber das Genferseebecken bis ins Mittelland vordrang. Beim Zur\u00fcckschmelzen lag das Ende des Aaregletschers zeitweise in Bern und hinterliess mehrere Kr\u00e4nze von Endmor\u00e4nen. Wir befinden uns auf einer solchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mor\u00e4nenzug, auf dem wir hier stehen, ist der \u00e4usserste und erstreckt sich von hier \u00fcber die Friedenskirche (Fischerm\u00e4ttel) zum Zungenende beim Inselspital. Auf der n\u00f6rdlichen Seite l\u00e4sst sich die Mor\u00e4ne \u00fcber Falkenh\u00f6heweg, Kursaal und Rosengarten weiterverfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die eiszeitlichen Ablagerungen \u2013 neben Mor\u00e4nenmaterial auch L\u00f6ss und glazifluviale Kiese\u2013 sind das Ausgangsmaterial, aus welchem die B\u00f6den im Raum Bern entstanden. Es entwickelten sich Parabraunerden und Braunerden, welche f\u00fcr die Region pr\u00e4gend sind (vgl. <a href=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/?page_id=147\" data-type=\"page\" data-id=\"147\">Engehalbinsel<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"444\" height=\"307\" src=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild2-3.jpg\" alt=\"Karte der R\u00fcckzugsstadien des Aaregletschers\" class=\"wp-image-154\" srcset=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild2-3.jpg 444w, https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild2-3-300x207.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 444px) 100vw, 444px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Karte der R\u00fcckzugsstadien des Aaregletschers (nach E. Gerber, 1956, Geographisches Institut der Universit\u00e4t Bern).<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach Nordwesten erstreckt sich ein schmuckes Quartier mit kleinen H\u00e4uschen, bekannt unter dem Namen \u201eEisenbahnerquartier\u201c. Mit dem schnellen Ausbau der Eisenbahn in der 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts zogen viele Mitarbeiter nach Bern. Es entstanden Mietskasernern wie in der hinteren L\u00e4nggasse (vgl. <a href=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/?page_id=92\" data-type=\"page\" data-id=\"92\">Unitobler<\/a>) oder in der <a href=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/?page_id=22\" data-type=\"page\" data-id=\"22\">Lorraine<\/a>, die soziale und hygienische Situation war schlecht. Die 1919 gegr\u00fcndete Eisenbahner-Baugenossenschaft setzte dem als Gegenentwurf eine Gartenstadt im entgegen. Bund, Kanton, Gemeinde, SBB und Gewerkschaft beteiligten sich an den Kosten. 1925 war der Bau abgeschlossen. Die Siedlung umfasst vor allem Reiheneinfamilienh\u00e4user mit drei bis sieben Zimmern und kleinen G\u00e4rten und ist beliebt bei Familien mit Kindern. Die Siedlung wurde 2007-2016 renoviert und ist heute eine von sieben Siedlungen der Eisenbahner-Baugenossenschaft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"432\" src=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild3.png\" alt=\"Plan des Eisenbahnerquartiers, 1922\" class=\"wp-image-155\" srcset=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild3.png 576w, https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild3-300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Plan des Eisenbahnerquartiers, 1922 (EBG).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Quellen und weiterf\u00fchrende Information<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>B\u00e4hler, A. (2019) Welcome Home. 100 Jahre Eisenbahner-Baugenossenschaft Bern. Verlag Hier und Jetzt, Baden.<\/p>\n\n\n\n<p>Veit, H. &amp; C. Gn\u00e4gi (2014) Die B\u00f6den des Berner Mittellandes. In: Jahrbuch der Geographischen Gesellschaft 63, 267-292.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.ebgbern.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Eisenbahner-Baugenossenschaft Bern<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Eiszeiten und Eisenbahnen Stellen wir uns vor, wir w\u00fcrden genau hier stehen, vor 30 Millionen Jahren. S\u00fcdlich von uns t\u00fcrmen sich die Alpen auf, davor bildet sich unter deren Gewicht eine Vorlandsenke. Hier w\u00e4re zeitweise ein flaches Meer, zeitweise der Uferbereich einer tropischen Landschaft. 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