{"id":92,"date":"2023-06-22T14:57:06","date_gmt":"2023-06-22T14:57:06","guid":{"rendered":"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/?page_id=92"},"modified":"2023-06-29T11:46:51","modified_gmt":"2023-06-29T11:46:51","slug":"unitobler","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/?page_id=92","title":{"rendered":"Unitobler"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/01_Unitobler.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Vom Industrie- zum Bildungs- und Lifestylequartier: Wirtschaftlich-gesellschaftlicher Wandel im Stadtraum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Geb\u00e4ude befand sich lange Zeit die wohl ber\u00fchmteste Schokoladefabrik der Welt. 1899 gr\u00fcndete Jean Tobler mit seinen S\u00f6hnen die <em>Fabrique de Chocolat Berne, Tobler &amp; Cie.<\/em> und stellte hier in der L\u00e4nggasse Schokolade, ab 1908 die \u201eToblerone\u201c her. Bald wurde die Firma zum gr\u00f6ssten industriellen Arbeitgeber der Stadt Bern. 1985 wurde die Fabrik stillgelegt. Die Toblerone wird seither in Bern-Br\u00fcnnen hergestellt, ab Ende 2023 zus\u00e4tzlich auch in der Slowakei. Das alte Fabrikgeb\u00e4ude in der L\u00e4nggasse wurde zu einem Campus der Universit\u00e4t umgebaut, der 1993 er\u00f6ffnet wurde. Die \u201eUnitobler\u201c beherbergt Institute der Geisteswissenschaften sowie eine grosse Bibliothek und eine Mensa.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Umbau des Fabrikgeb\u00e4udes steht symbolhaft f\u00fcr den Wandel im L\u00e4nggassquartier. Das Quartier wuchs in der 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts n\u00f6rdlich der Befestigungsanlage. Einige Jugendstilgeb\u00e4ude (Pauluskirche, Eidgen\u00f6ssische Alkoholverwaltung) und Prunkbauten wie das 1899-1900 errichtete Haus an der Hallerstrasse 1 zeugen von dieser Zeit. Gleichzeitig war das Quartier stark industriell gepr\u00e4gt, mit Fabriken und Arbeitersiedlungen. Gegen\u00fcber der Schokoladefabrik war eine Seidenfabrik, in der hinteren L\u00e4nggasse eine Giesserei der Stahlwerke Von Roll. Ab den 1980er-Jahren setzte ein Strukturwandel ein, Produktionsst\u00e4tten wurden geschlossen oder verlagert. In die freiwerdenden Geb\u00e4ude zogen Bildungsinstitutionen ein. Die Von Roll-Geb\u00e4ude werden heute von der P\u00e4dagogischen Hochschule genutzt. F\u00fcr die Umnutzung von Industriebauten in der L\u00e4nggasse wurde die Stadt Bern 1997 mit dem Wakker-Preis ausgezeichnet. Der Wandel geht weiter: Die Verwaltung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) zog von der L\u00e4nggasse an den Entwicklungsschwerpunkt Wankdorf. Zwei dadurch frei gewordene Geb\u00e4ude hat die Universit\u00e4t 2014 \u00fcbernommen, um ihren wachsenden Raumbedarf zu decken.<\/p>\n\n\n\n<p>Einhergehend mit dem Strukturwandel in der L\u00e4nggasse ver\u00e4nderte sich auch die Wohnbev\u00f6lkerung. Der Anteil der 20- bis 39-J\u00e4hrigen ist in der L\u00e4nggasse h\u00f6her als im Mittel der Stadt Bern. Die L\u00e4nggasse ist zu einem Lifestyle-Quartier geworden, mit pulsierendem Leben, Restaurants und Imbisslokalen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"815\" src=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild2-1024x815.jpg\" alt=\"Palazzo Prozzo\" class=\"wp-image-95\" srcset=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild2-1024x815.jpg 1024w, https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild2-300x239.jpg 300w, https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild2-768x612.jpg 768w, https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild2.jpg 1301w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Grossb\u00fcrgertum in der vorderen L\u00e4nggasse: Das 1899-1900 errichtete Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus an der Hallerstrasse 1 war im Volksmund wegen des \u00fcbertrieben schw\u00fclstigen Bauschmuck als \u201ePalazzo Prozzo\u201c bekannt (wikimedia commons). <\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"456\" src=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild3-1024x456.jpg\" alt=\"Karte L\u00e4nggasse 1922\" class=\"wp-image-96\" srcset=\"https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild3-1024x456.jpg 1024w, https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild3-300x133.jpg 300w, https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild3-768x342.jpg 768w, https:\/\/orte-der-geografie.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bild3.jpg 1398w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Karte der L\u00e4nggasse aus dem Jahr 1922 mit der Giesserei (von Roll Areal, links), der Schokoladefabrik Tobler (markiert) und der Seidenfabrik (rechts). Geographisches Institut der Universit\u00e4t Bern<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Quellen und weiterf\u00fchrende Information<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/journal-b.ch\/artikel\/bern-ist-eine-stadt-der-kurzen-wege\/\">Bern ist eine Stadt der kurzen Wege<\/a> (Journal B vom 16.12.2021, Interview mit Anna B\u00e4hler)<\/p>\n\n\n\n<p>Stadttour Baern Isch Eso: <a href=\"https:\/\/www.baernischeso.ch\/lieblingstouren\/ruhige-kugel\/boule-unitobler\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Boule: Unitobler<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Industrie- zum Bildungs- und Lifestylequartier: Wirtschaftlich-gesellschaftlicher Wandel im Stadtraum In diesem Geb\u00e4ude befand sich lange Zeit die wohl ber\u00fchmteste Schokoladefabrik der Welt. 1899 gr\u00fcndete Jean Tobler mit seinen S\u00f6hnen die Fabrique de Chocolat Berne, Tobler &amp; Cie. und stellte hier in der L\u00e4nggasse Schokolade, ab 1908 die \u201eToblerone\u201c her. 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